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Zwischenruf - Christian Schöneberger:Der persönliche TÜV

Die Fastenzeit lädt zu einem persönlichen TÜV ein.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
26. Feb. 2026
Von:
Christian Schöneberger

War Ihr Auto dieses Jahr schon zum TÜV? Ist nächstes Jahr erst dran? Auch gut! Technische Überprüfung des Kraftfahrzeuges in regelmäßigen Abständen ist vorgeschrieben. Sonst wird das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen. Die wichtigsten Teile müssen in Ordnung sein. Bremsen, Abgase, Fahrwerk müssen funktionieren. 
Und mein eigener TÜV? Meine persönliche Überprüfung? Ich meine damit nicht nur das gesundheitliche Durchchecken. 
In der Zeit vor Ostern bin ich zu so einem persönlichen TÜV eingeladen. Meine Gewohnheiten überprüfen. Stelle ich Dinge bei mir fest, die mich so in Beschlag nehmen, dass ich mich festgefahren habe? Gibt es wichtige Beziehungen, die nicht mehr funktionieren und vielleicht ein bisschen Auffrischung, einen Tropfen Öl, vertragen würden? Funktionieren die Bremsen noch in wichtigen Lebenslagen oder geht der Gaul da immer mehr mit mir durch?
Manchmal gelingt es einem Außenstehenden, einem Prüfer, besser die Finger in Wunden bei mir zu legen. Der Psalmbeter in der Bibel sagt es mit seinen Worten: „Prüfe mich Gott und erkenne mein Denken. Sieh, ob ich auf dem falschen Weg bin und leite mich auf den besseren Weg!“
Die Zeit vor Ostern – Fastenzeit oder österliche Bußzeit genannt – die Kirche lädt ein: sich selbst zu überprüfen und das Verhältnis zu anderen. Auf die eigene Beziehung zu Gott zu schauen.  Oft braucht es keiner großen Reparatur, nur einzelne Stellschrauben müssen nachjustiert werden.  Sich in dieser Zeit Ruhe für ein Blättern und Lesen in der Bibel zu gönnen – das Gebet in den Blick zu nehmen – auf die Beziehung zu meinen Lieben schauen, die mein Leben täglich ausmachen… 
Ich glaube, das Nachjustieren hilft, die Prüfung lohnt, auch wenn am Ende keine Plakette erteilt wird.