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Zwischenruf - Dr. Christoph Kohl:Jammern und klagen?

Was uns zum Besseren führen kann
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
13. Jan. 2026
Von:
Dr. Christoph Kohl

Jammern und Klagen hat Hochkonjunktur. Was alles schlecht ist, was nicht gut läuft, was anders sein müsste, wer es nicht bringt – das ist fast in aller Munde. Ich habe den Eindruck, dass sich inzwischen eine regelrechte „Kultur des Jammerns und Klagens“ entwickelt hat. Mit welchem Erfolg?

Klar: Wer jammert, der will dadurch natürlich etwas für ihn Gutes erreichen. Er oder sie möchte wahrgenommen werden in seinem Anliegen, in seiner Not. Wer jammert, erhofft sich Erleichterung in inneren Spannungen. Er sucht Bestätigung und Gleichgesinnte, Zuwendung in dem, was ihn bedrückt. Das alles sind verständliche Ziele. 

Aber Jammern und Klagen hilft meistens nicht wirklich. Erst recht nicht, wenn dabei andere runtergemacht werden, wenn die eigene Sicht sich immer mehr verdüstert und innerlich runterzieht. Dann führt das eher dazu, dass jemand freudlos und lustlos ist oder gar blockiert. So bewirkt Jammern selten, dass sich etwas ändert. Es hält eher davon ab, sich persönlich für etwas Besseres einzusetzen. Schade!

Ich möchte eine Alternative dazu vorschlagen. Das, was nicht gut läuft, was nicht stimmt, was anders sein sollte - das möchte ich sehr wohl realistisch sehen. Aber ich möchte mir dadurch nicht den Blick trüben oder mich runterziehen lassen. Ich möchte dem Ungutem keine Macht über mein Inneres geben. Im Gegenteil: Ich möchte einen inneren Abstand dazu bewahren – dann kann ich besser damit umgehen.

Wer ganz bewusst das wahrnimmt und genießt, was ihm Freude macht, was ihm guttut, was innerlich aufbaut, der hat weniger Grund zu jammern. Der bekommt neue Lebensfreude und Energie. Gerade auch, um das anpacken zu können, was sich wirklich ändern muss.