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Zwischenruf - Dr.in Martina Fries:Orte verändern

Wer ein Mensch ist, hat viel damit zu tun, wo er ist.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
27. März 2026
Von:
Dr.in Martina Fries

Der amerikanische Sänger Matt Berninger hat vor kurzem in einem Interview erzählt, dass er und seine Frau alle zehn Jahre an einen anderen Ort ziehen. Er vergleicht diese Umzüge mit dem Umtopfen von Pflanzen und sagt, dass es für ihn gesund sei, sich immer wieder an einen neuen Boden anzupassen.
Ich glaube, er hat Recht. 
Wer ich bin, hat ganz viel damit zu tun, wo ich bin. 
Mein Leben wird geprägt von Orten. 
Welche Orte das sind, das kann ich nicht immer, aber doch oft, selbst bestimmen. 
Jeder Ort verändert mich: Am Arbeitsplatz verhalte ich mich anders als am Urlaubsort. Im Café fühle ich mich anders als zu Hause auf der Couch. Ob ich auf dem Land oder in der Stadt wohne, verändert meinen Lebensrhythmus, vielleicht auch meine Hobbies und Kontakte. 
Für die Frage, wer ich bin, ist also auch die Frage, wo ich bin, entscheidend.
Und wenn ich mich verändern will, dann kann ein Ortswechsel hilfreich sein.
In der Bibel gibt es dazu eine schöne Geschichte. 
Mose hütet, wie jeden Tag, die Ziegen seines Schwiegervaters. An einem Tag geht er weiter als sonst. Er geht über die Steppe hinaus zum G*ttesberg Horeb. Dort begegnet er G*tt und bekommt den Auftrag, sein Volk aus der Gefangenschaft wegzuführen. Auch hier geht es um einen neuen Ort, der ihn und das Volk verändern wird. Mose lässt sich auf den Auftrag ein, weil er die Zusage G*ttes, „Ich bin da“ bekommen hat.
Ich glaube, dass diese Zusage auch für jede und jeden von uns besteht. Wo ich auch bin, ich bin nicht allein. Und dass ich nicht allein bin, kann mir Mut und Kraft geben, auch einmal neue Orte auszuprobieren und der Veränderung eine Chance zu geben.