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Zwischenruf - Marianna Barachino:Übers Fasten

Mit dem Fasten kann nicht jeder etwas anfangen.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
11. März 2026
Von:
Marianna Barachino

Ich gebe es zu: ich kann mit Fasten gar nichts anfangen. In meinem Umfeld sagen mir aktuell viele Menschen, dass sie auf etwas verzichten. Und prinzipiell finde ich es auch gut, eine Zeit lang auf Dinge zu verzichten, sich bewusst machen, was der Körper wirklich braucht. Meist handelt es sich um Dinge, die dem Körper gut tun sollen: beispielsweise auf Zucker, Alkohol oder Zigaretten verzichten.  Seit einigen Jahren wird auch das Autofasten populärer. 
Mein trotziges Ich denkt sich aber: in der Büroküche liegt ein Stück Kuchen, warum soll ich das jetzt nicht essen? Ich habe doch Lust darauf?  Oder warum soll ich darauf verzichten das Auto zu nutzen, wenn ich doch sowieso schon jeden Tag mit dem Fahrrad statt mit dem Auto unterwegs bin. Mein trotziges Ich hat da keine Lust drauf.  
Und doch gibt es etwas, was in meinem Leben zu viel Platz einnimmt, was ich wirklich gerne mal fasten möchte: ich rege mich viel zu viel über Dinge auf! Ein großer Teil meiner Energie geht fürs sich aufregen und ärgern drauf. Von den 100% Energie, die ich habe, ist ein Großteil meistens um 11 Uhr morgens schon verbraucht.  
Deswegen nehme ich mir für dieses Jahr vor, Ärger zu fasten und mit etwas mehr Gelassenheit durchs Leben zu gehen.  
Vielleicht ist das sogar näher am ursprünglichen Gedanken des Fastens, als ich dachte. Nicht nur verzichten – sondern frei werden. Für das, was gut tut. Und vielleicht schaffe ich’s dann wirklich, um elf Uhr noch bei siebzig Prozent Energie zu sein.