Zwischenruf - Corinna Achtermann:Weltradiotag

Es läuft bei mir schon morgens beim Zähneputzen. Das Radio. Den ganzen Tag über begleitet es mich immer wieder. Wenn ich frühstücke, beim Autofahren oder auch beim Putzen. Ich liebe das Radio. Schon mein ganzes Leben lang ist es an meiner Seite.
Heute am Welttag des Radios möchte ich es in besonderer Weise würdigen.
Das Radio schafft etwas, das kaum ein anderes Medium leistet: Es verbindet Menschen, ohne sich aufzudrängen. Eine Stimme, die den Raum füllt. Ein Begleiter, der einfach da ist. Keine Dominanz. Das Radio scheint zu wissen, was ich brauche. Da läuft eine gute Geschichte zur passenden Zeit. Da ist ein freundliches Wort- Ein Gute-Laune-Song. Jemand, der fröhlich „Guten Morgen!“ ruft, obwohl ich mit dem linken Bein aufgestanden bin.
Ich erinnere mich gut an meine ersten Versuche am Mikrofon. Da ist diese merkwürdige Mischung aus Nähe und Distanz. Ich spreche zu Menschen, die ich nicht sehe. Die ich nicht kenne. Ich weiß nicht, ob überhaupt jemand zuhört.
Aber, eins weiß ich. Meine Worte, die ich gleich sage, sind nicht egal. Ich wähle sie mit Bedacht. Worte tragen Verantwortung. Sie können wärmen oder verletzen. Sie können Klarheit bringen oder verwirren. Und gerade im Radio, ohne Bild, sind sie kostbar.
Manchmal stelle ich mir vor, wie viele Menschen gerade jetzt zuhören. Menschen, die dann für einen Moment mit mir verbunden sind. Gemeinsame Zeit, ohne sich zu sehen – zusammen unterwegs in diesen Minuten.
Radio verbindet die Welt. Und es erinnert mich daran, dass es oft die leisen Stimmen sind, die am weitesten tragen.