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Zwischenruf SR3 - Corinna Achtermann:Wenn das Leben anders kommt

Man kann den Kalender noch so gut führen, doch das Leben funkt manchmal einfach dazwischen.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
15. Feb. 2026
Von:
Corinna Achtermann

Manchmal habe ich das Gefühl, mein Kalender ist mein zweites Gehirn. Alles fein säuberlich geplant: wichtige Termine, lang vorbereitete Treffen. Und dann – zack –kommt etwas dazwischen.
Das Kind wird krank. Die Kollegin braucht dringend Unterstützung. Oder einfach nur: Die Autobahn ist dicht. Plötzlich fällt der Tagesablauf in sich zusammen. Und ich komme ins Schwimmen.
Ich mag es, die Dinge im Griff zu haben. Planung gibt mir Struktur. Aber das Leben? Das hat manchmal andere Prioritäten. Und ehrlich gesagt: Es nimmt keine Rücksicht auf meine To-Do-Liste.
In der Bibel steht ein Satz, den ich sehr tröstlich finde. Im Buch der Sprichwörter heißt es:
„Der Mensch plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seine Schritte.“ (Spr 16,9)
Das heißt nicht, dass Planung sinnlos wäre. Es heißt auch nicht, dass Gott mir ständig in die Parade fährt. Für mich bedeutet das eher: Es gibt wichtigeres als meine Pläne. Ich bin nicht das Maß aller Dinge. Und ich kann nicht alles kontrollieren. Ich darf darauf vertrauen, dass das Leben – und Gott darin – größer ist als mein Kalender.
Manchmal zeigt sich Gottes Handeln gerade dort, wo ich nicht mehr organisieren kann. Wo ich loslassen muss. Wo das Ungeplante in mein Leben fällt.
Wenn mein Kind krank wird und ich alles umwerfen muss, dann werde ich gebraucht. Dann ist Fürsorge wichtiger als Effizienz. Wenn mir ein unvorhergesehenes Gespräch den Nachmittag „durcheinanderbringt“, dann vertraue ich darauf, dass ich in diesem Moment dringender gebraucht werde. 
Vielleicht muss ich immer wieder neu lernen: Das Leben wird nicht perfekt, nur weil ich es gut organisiere. Aber es wird echt, wenn ich mich darauf einlasse.