Zwischenruf - Dr. Christoph Kohl:Wenn ein guter Geist herrscht

Da komme ich in einen Raum, zu einer Gruppe von Menschen, und spüre sofort: Da ist „dicke Luft“. Da gibt es atmosphärische Störungen, auf der Beziehungsebene knistert es. Dann herrscht da ein unguter Geist, der das Miteinander beeinträchtigt, der die Menschen auseinanderbringt.
Gottseidank erlebe ich öfter das Gegenteil davon: Im Gespräch hören die Einzelnen aufeinander und fühlen sich verstanden. Alle ziehen an einem Strang, es verbindet sie der gleiche Geist. Die Gemeinschaft untereinander wächst. Und ich kann im Zusammensein mit den anderen ganz bei mir sein und in innerem Frieden. Dann herrscht da ein guter Geist!
Ein Geist, der die Menschen zusammenführt und tiefer verbindet. Für mich ist da der Geist Gottes am Werk, der Heilige Geist. Der ist nichts Abstraktes oder irgendwie „über den Wolken“. Der ist oft wie „zum Greifen nahe“. Der Heilige Geist ist in unseren Herzen, kann unsere Haltungen und unser Verhalten prägen. Er kann Beziehungen untereinander verstärken – und auch heilen. Der Heilige Geist schafft es, dass wir gut in Verbindung mit Gott und untereinander sind. Damit das Leben fließt und damit das Miteinander eine Wohltat für alle ist.
Das erlebe ich vor allem in so manchen Freundschaften - in denen uns viel verbindet, in denen ein tieferer Austausch möglich ist. Das habe ich aber auch im Dienst erlebt, bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – da waren die meisten Besprechungen eigentlich Vergnügungssteuer-pflichtig. Weil auch bei kniffligen Fragen das Miteinander einfach wohltuend war. Den Geist, der das Mitmenschliche fördert, den erlebe ich aber auch im Alltag, z.B. an der Supermarkt-Kasse, bei der Angestellten, die freundlich und zuvorkommend ihren Dienst tut, bei der durch ein paar persönliche Worte das Bezahlen an der Kasse zu einer Begegnung von Mensch zu Mensch wird.