Zwischenruf SR3 - Michael Kinnen:Wir sind queer!

Heute wird‘s in der katholischen Kirche rosa. Passend zum Sonntag „Laetare“. Da trägt der Priester im Gottesdienst heute ein rosafarbenes Gewand; ein aufgehelltes Violett, in österlicher Vorfreude. Rosa - Pink Sunday - da kommen noch andere Assoziationen. Bei der Aktion „Out in church“ vor vier Jahren haben sich Kirchenmitarbeitende öffentlich zu ihrer sexuellen und insbesondere queeren Identität bekannt. Das wurde davor lange tabuisiert und verdrängt. Aber seitdem hat sich in meiner Kirche einiges getan. Sie versucht, schwulen, lesbischen, queeren Menschen weniger diskriminierend zu begegnen, als das noch vor Jahren auch hier Alltag war und vielerorts leider immer noch oder wieder so ist. Es gibt Anfänge einer neuen Willkommenskultur, bei der auch aus bischöflichem Mund manchmal solche Sätze zu hören sind wie: „Queere Menschen haben einen Platz bei uns in der Kirche.“ Das ist schon ein gewaltiger Schritt über manch kirchliche und gesellschaftliche Hürde, aber eben doch nur ein kleiner Schritt für die Menschheit. Ich wünsche mir einen aufrichtigeren Satz: Nicht „DIE sind bei UNS willkommen, sondern ganz offen: WIR sind queer; wir sind LGBTQIA+: Wir sind lesbisch oder schwul, oder Bi oder Trans - und „Plus“, also noch viel mehr. Und in dieser Vielfalt sind wir Gottes gute Schöpfung. Denn spätestens beim „Plus“ sind alle mitgemeint. Einzigartig. Und würdevoll. Das ist eine frohe Botschaft nicht nur zu „Laetare“, finde ich. Auf dem Weg zum österlichen Leben!