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Zwischenruf - Michael Kinnen:Wunderbare Brotvermehrung – heute

Ein Erlebnis bei der „Tafel“ zeigt, wie aktuell die Bibel ist.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
14. März 2026
Von:
Michael Kinnen

In meiner Freizeit helfe ich gerne bei der Tafel. Ich mache da gerne mit, weil man immer wieder was Schönes erlebt. Neulich hatten wir so eine Auslieferfahrt. Der Wagen war voll mit Gemüse, Obst, Konserven, Süßigkeiten und mehr. Zu den Ausgabestellen gehörten Jugendclubs, Obdachlosenheime, Drogenhilfen, Frauenhäuser oder Kindertagesstätten. An einer Stelle kam eine ältere Frau zu uns ans Auto. Sie gehörte weder zur Ausgabestelle noch war sie dort Kundin. Sie bettelte. Zunächst war mir das unangenehm. Wir hatten ja einen festen Lieferplan, wer was bekommen soll. Mein Beifahrer war großzügig. Er gab ihr aus den Kisten ein Brot, einen Joghurt und etwas Obst. Mehr geht nicht, sagte er: Das ist für die anderen Leute. Die warten schließlich darauf. Die Frau nahm die paar Sachen und bedankte sich mit Tränen in den Augen. Hmm, ist ja gut für sie, dachte ich. Aber den anderen fehlt das jetzt. Doch - oh Wunder: An der letzten Station stellten wir fest, dass wir sogar noch Warenkisten in unserem Auto übrig hatten. Die konnten wir an der letzten Station noch als Bonus dazu geben. Nein, das war keine wunderbare Brotvermehrung, wie sie in der Bibel steht. Es ist einfach an dem Tag eine Station ausgefallen. Wie gesagt: Keine wunderbare Brotvermehrung. Aber doch wieder so ein kleines Zeichen von ganz oben, dachte ich: Du kannst ruhig großzügig sein. Am Ende wird’s gut. Lass nicht den Kopf alles berechnen mit hätte, könnte, würde und dürfte… - Hör‘ auf dein Herz! Und siehe: Wir haben alle wartenden Ausgabestellen beliefert, dazu noch die bettelnde Frau glücklich gemacht und am Schluss war es sogar noch kistenweise übrig. Fast biblisch. Auf jeden Fall: ganz wunderbar.