Zwischenruf - Birgit Wenzl-Heil:Ein-Dollar-Brille

Die Kiste hat 30 mal 30 Zentimeter und ist damit wahrscheinlich die kleinste Fabrik der Welt. Sie ist schon in elf Ländern weltweit im Einsatz. Hergestellt werden damit Brillen. Erfunden hat sie Martin Aufmuth. Er interessierte sich schon länger für Entwicklungsarbeit, als er eines Tages in einem Laden eine Brille für einen Euro entdeckte. Das irritierte ihn: Wieso ist eine Brille in Deutschland so billig zu haben, während in armen Ländern Menschen kaum Zugang zu bezahlbaren Sehhilfen haben. Das bedeutet für viele von ihnen, dass sie Probleme bei der Arbeit haben oder die Schulausbildung nicht richtig funktioniert. Martin Aufmuth will nachhaltig helfen. So tüftelt er in Heimarbeit, bis der Prototyp der Brillenfabrik fertig ist. Fachkräfte, die sein Verein „Ein-Dollar-Brille“ ausbildet, können damit vor Ort Brillen herstellen und auch reparieren. Die Kunden zahlen 2-3 ortsübliche Tageslöhne. Das ist ein erschwinglicher Preis. Und damit können dann die Fachkräfte bezahlt und so nachhaltige Strukturen für eine gute augenoptische Grundversorgung aufgebaut werden. International heißt der Verein „Good Vision“. Er ermöglicht vielen Menschen nicht nur gutes Sehen, sondern wirklich bessere Aussichten auf die Zukunft. Martin Aufmuth ist für mich mit seiner Idee und seinem Engagement ein ermutigendes Beispiel dafür, wie ein Mensch die Welt ein Stück besser machen kann, wenn er eine Vision hat und anderen Menschen helfen möchte.