Zwischenruf - Michael Kinnen:Ein Shoutout für meinen Schutzengel

Heute möchte ich mal einen Shoutout auf meinen Schutzengel loswerden! Ein Shoutout? Der Begriff kommt aus der Internet- und Jugendsprache und bedeutet, dass man eine Empfehlung ausspricht - einen Dank loswird. Und heute möchte ich hier mal einen Shoutout für meinen Schutzengel sagen. Was hab ich im Leben schon Glück gehabt? Vor vielen Jahren bin ich mal von einem Felsen am Meer gefallen. Ich hatte „nur“ eine Gehirnerschütterung, aber es hätte dramatisch anders ausgehen können. Vor einigen Jahren war ich in Trier, als dort ein Amokfahrer mit dem Auto durch die Fußgängerzone raste und Tod und Terror brachte. Im Sommer war ich in Berlin am Brandenburger Tor, als beim Christopher Street-Day wenige hundert Meter weiter ein Terrorist in die Menschenmenge fuhr. Ein paar Minuten früher, ein paar hundert Meter weiter - dann hätte es auch mich erwischt. Aber: Ich hatte Glück - oder einen guten Schutzengel. Mir ist nichts passiert. Und wie oft bekomme ich gar nicht erst mit, dass ich nur knapp einem Unheil, einem Unfall oder einer anderen Situation entkommen bin. Wenn ich mich darauf konzentrieren würde, könnte ich verzweifeln. Aber es ist noch immer gut gegangen, auch in weniger dramatischen Situationen.
„Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern weil Gott es mit uns lebt“, hat der Jesuitenpater Alfred Delp einmal gesagt. Dem Leben trauen! Daher: Ein Shoutout für meinen Schutzengel, falls es ihn gibt! Und für alle Schutzengel, die gerade aktiv menschlich unterwegs sind. Ein Shoutout in tiefer Dankbarkeit, mit Gott- und Lebensvertrauen, das ich mir bewahren will, ein Leben lang.