Zwischenruf - Marianna Barachino:Graue Krisen

Draußen ist es kalt und grau… gefühlt seit einem Jahr. Die ersten Wochen des Jahres setzen mir immer etwas zu. Auch wenn ich versuche, mir schöne Momente zu schaffen – wie etwa Urlaub, Zeit mit Freunden, Sport, was auch immer – irgendwie passiert es mir zu oft, dass ich rausschaue und mich einfach schlapp und unmotiviert fühle.
Das ist eben so das Ding mit den Kreisläufen: es kommen Phasen, da scheint die Sonne und genauso kommen Phasen, in denen ist es grau und regnerisch. Die schönen Phasen gehen schnell vorbei, die schwierigen ziehen sich manchmal wie Gummi. Die grauen Phasen braucht es aber irgendwie auch. Die Natur braucht sie, damit der Kreislauf neu beginnen kann. Winter, Frühling, Sommer, Herbst und wieder von vorne.
Auch und gerade, weil sich dieser Winter so ewig anfühlt, suche ich nach kleinen Zeichen der Hoffnung und finde sie: inzwischen ist die Sonne bereits aufgegangen, wenn ich morgens zur Arbeit gehe, die ersten Frühlingsblumen kämpfen sich durch und die Kraniche sind wieder am Himmel zu sehen. Ich will in Zukunft etwas versuchen: immer, wenn ich traurig und unmotiviert bin, werde ich nach genau solchen Zeichen der Hoffnung Ausschau halten: Und ich bin mir sicher, die Sonne wird bald wieder länger scheinen.