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Zwischenruf - Thomas Mann:Nie wieder

In St. Ingbert werden Jugendliche zu Bewahrern der Erinnerung, damit die Geschichten der NS-Opfer nicht vergessen werden.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
7. Okt. 2026
Von:
Thomas Mann

„Ertönt das Signal zur Luftgefahr, packen wir die Bücher ruhig zusammen. Wir gehen im Gleichschritt und ohne Hast paarweise aus dem Raum. Der Keller wird zügig betreten. Im Schutzraum bewahren wir eisernes Schweigen. Wir sparen den Sauerstoff und zeigen keine Angst. Ein deutscher Junge und ein deutsches Mädel kennen keine Furcht.“ So steht es feinsäuberlich in Altdeutscher Schrift im Diktatheft der inzwischen 94-Jährigen.
Sie ist als Zeitzeugin zum Kaffeekränzchen gekommen und hat ihr altes Diktatheft mitgebracht. Schülerinnen und Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums in St. Ingbert haben zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Sie wollen mehr erfahren: über ihre Stadt im Zweiten Weltkrieg und darüber, was aus den jüdischen Familien wurde. 
Einige der ältesten Stadtbewohner sind der Einladung gefolgt. Die Jugendlichen hören zu, fragen und lernen von ihnen. 
Wozu das Treffen? In St. Ingbert sind 52 Stolpersteine verlegt. Pflastersteine, die auf ehemalige Bewohner der Stadt verweisen. Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt, deportiert und getötet wurden.
Die Schülerinnen und Schüler werden die Steine säubern, die Menschen und ihre Schicksale hinter den Steinen sichtbar machen, Gruppen zu den Stolpersteinen in der Stadt führen, Klassen besuchen und die Geschichten erzählen.
So werden sie selbst zu Zeitzeugen, damit nie wieder ein Kind ein solches Diktat in unseren Schulen schreiben muss.