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Zwischenruf - Marianna Barachino:Die Halbmarathon-Generation

Jede und jeder soll in seinem eigenen Tempo unterwegs sein.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
19. Juni 2026
Von:
Marianna Barachino

Ich bin ein Millennial. Meiner Generation sagt man nach, dass wir mit ca. 30 eine Art Midlife-Crisis haben, wir kaufen uns ein Rennrad, melden uns zu einem Halbmarathon an, spezialisieren uns auf Siebträgermaschinen, konzentrieren uns auf unsere Gärten und noch vieles mehr.

Ich schmunzle immer ein bisschen, weil sich doch auch vieles in meinem Freundeskreis wiederfindet... bei mir übrigens auch, Stichwort Siebträgermaschine oder Gartenlife.

Aber diese Sache mit dem Halbmarathon, die beschäftigt mich doch sehr. Das löst an manchen Tagen richtig Druck in mir aus. Ich mag es nicht laufen zu gehen, es langweilt mich total, es strengt mich an… mein Gesundheitsbewusstsein zwingt mich immer wieder loszulaufen, dann versuche ichs mir schön zu machen, indem ich Podcast dabei höre. Aber mehr als eine halbe Stunde, das ist für mich vergeudete Zeit mit etwas, was mir keinen Spaß macht. Und doch juckt es mich irgendwie, wenn ich auf Socialmedia so viele Menschen sehe, die für einen Halbmarathon trainieren und ich denke mir: ich wäre auch gerne so diszipliniert und ehrgeizig. Absurd eigentlich, oder? Warum spüre ich so einen Druck, auch einen Halbmarathon zu schaffen, wenn es mir doch gaaaarkeinen Spaß macht?

Für mich liegt der springende Punkt darin, dass ich mich viel zu sehr mit anderen vergleiche. Ich darf doch so sein, wie ich bin und kann schon stolz auf mich sein, wenn ich meine 5km gelaufen bin. Denn vor 2 Jahren, hätte ich nicht einmal das getan. Wenn ich den Vergleich nur mit Vergangenheits-Marianna ziehe, dann bin ich diszipliniert und ehrgeizig genug. Und naja, da ist vielleicht noch Luft nach oben, aber ich kann mir meine Energien auch aufheben für etwas, was mir wirklich Spaß macht!

Und außerdem: Wenn Gott auf mich schaut – sieht er dann wirklich meine Laufleistung?
Oder sieht er einfach mich?

Ich glaube, es ist eigentlich egal, ob ich einen Halbmarathon schaffe.
Wichtig ist, dass ich unterwegs bin. In meinem Tempo. Und das reicht mir erstmal.