Zwischenruf - Wolfgang Drießen:Ich hab das Licht gesehen

Finster ist es in ihm drin. Aber für seine Fans strahlt er ein umso helleres Licht aus. Der Countrysänger Hank Williams hat seine große Zeit im Amerika der 50er Jahre. Man nennt ihn respektvoll den „Shakespeare der Hillbilly Music“.in einem seiner Lieder heißt es: „Hörst du den einsamen Ruf der Nachtschwalbe? Sie ist zu traurig zum Fliegen. Der Mitternachtszug pfeift leise. Und ich bin so einsam, dass ich weinen könnte.“ DIe Leute, die ihm zuhören sagen: „Der meint ja mich, der kennt mich, genauso fühl ich mich auch manchmal.“ Er sagt mal, das Geheimnis seines Erfolges könne man mit einem Wort beschreiben: Aufrichtigkeit. Drei Akkorde und die Wahrheit, mehr braucht man nicht, um einen guten Song zu schreiben. Und das Publikum merkt das und jubelt ihm zu. Hank Williams hatte sein Leben lang schlimme Rückenschmerzen. Und er soff. Das wurde so schlimm, dass er schon mal von der Bühne fiel oder Konzerte ganz absagen musste. „Ich hab innere Dämonen, so wie jeder Mensch. Ich bin ein Sünder und ich mache Fehler, aber ich glaube an die Erlösung.“ Er stammte aus eine tief religiösen Gesellschaft. Er glaubte an Jesus und daran, dass der ihn nie im Stich lassen würde. Egal, wie dunkel es in ihm ist, es gibt immer Hoffnung. Über diesen Glauben hat er viele Songs geschrieben. Im Refrain von „I saw the light“ heißt es:
„Ich hab das Licht gesehen.
Keine Dunkelheit mehr, keine Nacht mehr.
Nun bin ich glücklich, kein Kummer in Sicht.
Gelobt sei der Herr, ich sah das Licht.“
„I saw the light“ - Egal ob jemand religiös ist oder nicht: dieses Lied bleibt einfach im Kopf hängen. Es ist fröhlich und flott, aber es geht um Erlösung und um einen Mann, der, obwohl es so finster in ihm war, das Licht gesehen hat.