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Zwischenruf - Lisa Olschewski:261 Fearless

Frauen brauchen im Sport Mut und nicht Demut.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
5. Nov. 2026
Von:
Lisa Olschewski

Letzten Sonntag fand der Frankfurt-Marathon statt. Ich liebe Sportevents, denn sie haben etwas unfassbar Empowerndes. Fremde feuern sich gegenseitig an oder teilen eine Wegstrecke gemeinsam. 
Und dann war da diese junge Frau, Blanka Dörfel, die zum ersten Mal auf dieser Distanz unterwegs war und schon vor dem Rennen angab, an den deutschen Rekord heranlaufen zu wollen. Sie läuft die ersten fünf Kilometer mutig in Rekordzeit an. Der Reporter lobte ihren Mut, ermahnte aber sofort zur Demut. Sie belehrte ihn eines Besseren und lief die zweitschnellste Zeit, die je von einer deutschen Frau gelaufen wurde. 
Ich frage mich, warum, neben all den Cristiano Ronaldos dieser Welt, Frauen immer noch zu Demut im Sport geraten wird. 
Selbst das Laufen mussten sich Frauen erkämpfen. Im Jahr 1967 meldete sich Kathrine Switzer verbotener Weise zum Boston-Marathon an. Als der Renndirektor sah, dass eine Frau eine offizielle Startnummer trug, versuchte er während des Rennens ihr die Startnummer zu entreißen. Sie finishte dennoch.
2015 gründete sie die Initiative 261 Fearless. Eine Initiative, die Frauen durch das Laufen ermutigen will. 261 war ihre Startnummer beim Boston-Marathon, die seitdem nicht mehr vergeben wird. Es ist ein Platzhalter für Switzer, die so jedes Rennen an der Seite der vielen Frauen mitläuft. Fearless heißt „ohne Angst“. Ein Appell an alle Frauen für mehr Mut statt Demut im Sport.