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Zwischenruf - Lisa Olschewski:Barbie und das Sterben

Zwischen Vergänglichkeit und Hoffnung: Was Barbie über das Leben lehrt.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
7. Nov. 2026
Von:
Lisa Olschewski

„Denkt ihr auch manchmal ans Sterben?“, fragt Barbie ihre Freundinnen im Barbie-Film. Und jetzt, im November, wo die Natur um mich herum zu sterben scheint und die Sonne die Hässlichkeit der Welt nicht mehr übertünchen kann, fragt Barbie das irgendwie auch mich. 
Im Film zerbricht durch Barbies Frage nach dem Sterben etwas im Barbie-Land. Dadurch vermischen sich langsam die reale Welt und das Barbie-Land. Barbie bekommt Zugang zur realen Welt und sie ist erschüttert: Hier können Frauen nicht alles erreichen wie im Barbie-Land, Männer dominieren die echte Welt, es gibt Streit und Missgunst, nichts ist perfekt. 
Desillusioniert sitzt Barbie an einer Bushaltestelle und wird dort mit der Vergänglichkeit der realen Welt konfrontiert. Sie nimmt neben sich eine alte Frau wahr, deren Gesicht von Falten überzogen ist. Doch sie spürt nicht Abneigung oder Ekel. Sie sieht im Gesicht der alten Frau Schönheit, weil ihre Falten von ihrem Leben erzählen, von all den überraschenden Wendungen und Hindernissen, mit denen diese Frau umgehen musste. Sie denkt an die Lektionen, die sie gelernt und an die Erfahrungen, die sie gesammelt hat. Dadurch ist ihr Leben reich geworden. 
Und so zeigt der November, genau wie die alte Frau an der Bushaltestelle, dass Höhen und Tiefen, aber eben auch die Endlichkeit zum Leben gehören. Und als Christin erinnern sie mich daran, dass ich trotzdem oder gerade deswegen immer wieder auf einen Frühling hoffen darf.