Zwischenruf SR3 - Corinna Achtermann:Das Friedenstier

Menschen geraten aneinander. Im Freundeskreis. Am Arbeitsplatz. In der Familie.
Konflikte gehören zum Leben. Und trotzdem gibt es in solchen Momenten oft nur einen Wunsch: Dass man sich wieder annähert. Dass man Frieden schließt.
Doch nicht jeder Streit löst sich leicht. Manche Konflikte verhärten sich. Aus Meinungsverschiedenheiten werden Spannungen. Aus Ärger wird Wut. Und manchmal Hass.
Diese Erfahrung mache ich im Kleinen – aber sehe sie auch im Großen.
Wenn ich auf die Welt blicke. Wenn ich Nachrichten sehe von Kriegen und Gewalt.
Von zerstörten Städten, von Menschen auf der Flucht.
Die aktuellen Kriege zeigen mal wieder, wie zerbrechlich Frieden ist.
Wie tröstlich wäre es, wenn Frieden etwas Greifbares wäre. Ein Tier vielleicht, das man rufen könnte – und mit einem Augenblick wäre Frieden.
Genau diese Vorstellung hat Menschen inspiriert, ihre eigenen „Friedenstiere“ zu gestalten. Zum Beispiel einen Bären mit Flügeln, der eine weiße Friedensflagge in der Tatze hält.
Im Buch „Das Friedenstier – Mit Stift und Flügeln für den Frieden“
finden sich viele solcher Bilder. Künstlerinnen und Künstler haben darüber nachgedacht: Welche Tiere könnten Frieden stiften? Und jedes Friedenstier ist anders geworden.
Vielleicht braucht jeder Mensch sein eigenes Friedenstier. Ein inneres Bild, das Hoffnung gibt.
Mein Friedenstier wäre ein bunter, geflügelter Elefant. Ein Symbol für Vermittlung, Zusammenhalt und den Wunsch, Konflikte friedlich zu lösen. Im Kleinen und im Großen.