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Zwischenruf - Corinna Achtermann:Die kleine Raupe Nimmersatt

Ein einfaches Kinderbuch, das vom Leben, von Rückzug und Verwandlung erzählt.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
24. Apr. 2026
Von:
Corinna Achtermann

Die kleine Raupe Nimmersatt. Ein einfaches Bilderbuch für Kinder. Und bei uns zu Hause aktuell das Lieblingsbuch.
Dieses Buch von Eric Carle gehört seit Generationen zu den meistgelesenen Kinderbüchern. Warum berührt diese Geschichte so nachhaltig – auch die Erwachsenen? 
Vielleicht, weil die Geschichte mehr erzählt, als man auf den ersten Blick denkt. Die kleine Raupe ist sehr hungrig. Sie frisst sich durch alles, was ihre Welt hergibt – erst geordnet, dann immer schneller und mehr. Bis ihr schlecht wird.
Mir kommt das bekannt vor. Dieses Gefühl von: immer mehr, immer weiter. Und irgendwann stellt sich heraus, dass es zu viel ist.
In der Geschichte folgt ein Wendepunkt: ein grünes Blatt. Die Raupe findet zurück zu dem, was ihr guttut. Und dann geschieht etwas Entscheidendes: Sie baut sich einen Kokon. Da ist dann erstmal Stille und Warten angesagt. Warten, bis sich etwas verwandeln kann. 
Am Ende wird aus der Raupe ein Schmetterling. Hier wird etwas erkennbar, dass für mich als Christin wichtig ist: die Hoffnung auf Veränderung. Auf existentielle Wandlung. Häufig braucht es dazu wie bei der Raupe und dem Schmetterling einen Ort der Ruhe. Veränderung geschieht oft im Unscheinbaren.
Eric Carle hat kein religiöses Buch geschrieben. Und doch erzählt er vom Leben, vom Rückzug und von Verwandlung. Und ist dabei so eindrücklich, dass sich sowohl Kinder als auch Erwachsene darin wiederfinden können. Ein Plädoyer für die Hoffnung auf Veränderung für jung und alt.