Zwischenruf - Corinna Achtermann:Du hast dein Bestes getan

„Nachher ist man immer schlauer“. Wie oft frage ich mich: War dieser Tag wirklich gut? Da gab es Situationen, die ich hätte, anders lösen können. Aufgaben, die liegen geblieben sind. Und während ich anfange mich zu ärgern, fällt mein Blick auf meinen Spruchkalender auf meinem Schreibtisch. Da ist schon lange der gleiche aufgeschlagen. Ein Spruch von Nina Sandmann:
„Betrachte jeden Tag als gut, denn du hast dein Bestes getan und freu dich auf das Morgen.“
Für mich ist dieser Satz wie ein kleiner Rettungsanker im Alltag. Betrachte jeden Tag als gut. „Gut“ meint für mich dabei nicht perfekt. Es heißt nicht, dass alles gelungen ist. „Gut“ bedeutet eher, den Tag mit Freundlichkeit anzusehen. Nicht sofort zu prüfen, was hätte besser laufen müssen, sondern erst einmal wahrzunehmen: Ich war da. Ich habe diesen Tag angenommen.
Und dann: „Du hast dein Bestes getan.“
Dieser Teil des Satzes zeigt mir, dass ich in der Situation mein Bestes gegeben habe. Ich muss nicht perfekt sein. Aber mein Bestes geben.
Am Ende heißt es: „Freu dich auf das Morgen.“
Ich bin nicht auf das festgelegt, was heute war. Morgen ist ein neuer Tag. Mit neuen Möglichkeiten. Ich darf von vorne anfangen. Ich kann mich entwickeln und verändern.
Der Spruch auf meinem Schreibtisch ist für mich zu einer Art Alltagsgebet geworden. Er erinnert mich daran, den Tag wohlwollend anzusehen, meine Grenzen anzunehmen und das, was ich loslassen möchte, Gott anzuvertrauen. Ein kleiner Halt im Alltag – und eine Einladung, dem Morgen mit Vertrauen zu begegnen.