Zwischenruf - Marianna Barachino:Miniaturen

Ich hab vor kurzem ein neues Hobby für mich entdeckt. Ich mochte ja schon immer Aktivitäten, bei denen man Dinge zusammenfriemeln muss: Puzzle, Basteln, Tetris, Stricken… so Sachen halt, bei denen am Ende ein kleines, irgendwie perfektes Ergebnis herauskommt. Etwas, wo zwei (oder mehr) Teile perfekt zusammenpassen, aufeinander abgestimmt sind und am Ende ein großes Ganzes ergeben.
Vor ein paar Monaten habe ich gesehen, dass in der Buchhandlung und im Spieleladen nach und nach so DIY-Sets für Miniaturhäuschen ausgestellt wurden. Ein Mini-Gewächshaus, eine Mini-Bibliothek, ein Mini-Ausschnitt einer Pariser Arkade, Mini-Restaurants und so weiter. Ich hab‘s mir immer wieder angeschaut, die Mini-Blümchen die so schön da angerichtet waren, die Mini-Tassen oder das Mini-Croissant. Irgendwann habe ich mir das erste gekauft und seitdem bin ich ins Miniaturen-Game eingestiegen.
Ich packe das Set aus, nehme die Anleitung und fange an zu bauen. Erst das kleine Regal, da kommen dann ganz kleine Bücher rein. Alles will festsitzen, damit nichts rumfliegt, also wird es geklebt. Zur Hilfe nimmt man eine kleine Pinzette und baut aus dem nichts ein kleines Häuschen. Regal, Schrank, Theke, alles was dazugehört. Ich kann dabei alles um mich herum ausblenden. Mein Fokus liegt komplett auf diesen winzigen Dingen. Diese winzigen Dinge, die auch in Groß unsere Welt schöner machen. Für mich ist das eine ganz besondere Form von Glück. Sich auf das zu besinnen, was vor einem liegt. Etwas zu bauen, einfach weil es Schönheit in die Welt bringt.