Zum Inhalt springen

Zwischenruf SR3 - Birgit Wenzl-Heil:Superhelden

Die „Superheroes“-Ausstellung in Speyer zeigt nicht nur Helden im Kampf gegen das Böse, sondern lädt dazu ein, über die eigenen Werte nachzudenken.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
19. Juli 2026
Von:
Birgit Wenzl-Heil

Blauer Anzug, rotes Cape, entschlossener Blick:  Superman. Ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen ist die Ausstellung „Superheroes“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gewidmet. Diese Superhelden haben Superkräfte und eine Mission zu erfüllen: Sie, die Guten, müssen gegen die Bösen kämpfen. Große und kleine Fans sollen hier Spaß haben. Die Macher hoffen aber auch, dass die Ausstellung zum Nachdenken anregt. Darüber, wofür wir einstehen möchten und was uns Demokratie, Freiheit und Sicherheit wert sind. Dass die Idee des Superhelden trotz allem leicht missverstanden werden kann, ist Cathérine Biasini, der Kuratorin der Ausstellung, bewusst. Dem versucht sie zu begegnen, in dem sie auch die Geschichten der Erfinder erzählt. Geschichten von Menschen, deren Leben oft selbst davon geprägt war, dass sie vor Krieg und Gewalt flüchten mussten und ausgegrenzt wurden. Ob Jesus aus ihrer Sicht auch ein Superheld sei, wird Frau Biasini in einem Interview gefragt. Wenn man die besonderen Kräfte ansieht, antwortet sie, dann bestimmt: Er kann heilen, Wunder wirken. Und er hat auch eine Mission und ist für das Gute unterwegs. Aber sie sieht auch entscheidend Anderes: Jesus besiegt seine Gegner nicht mit Gewalt. Er vergibt ihnen sogar. Auch wenn ich die Welt der Superhelden spannend finde. Ich merke, hier finde ich mich mehr wieder: 
Statt nur auf den Kampf gegen das Böse zu setzen, finde ich es sogar noch wichtiger, Gutes zu entdecken und es zu stärken. Denn, wenn es allen gut geht, brauchen wir die Geschichte vom Superhelden nicht mehr.