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Zwischenruf - Luisa Maurer:The same procedure as every year

Der berühmte Sketch “Dinner for One“ kann daran erinnern, dass es sich lohnt, immer wieder gemeinsam zu essen und sich an die Liebe zu erinnern.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
21. Mai 2026
Von:
Luisa Maurer

“The same procedure as every year, James!” Haben Sie sich je gefragt, wie es zu der absurden Situation bei Dinner for One kam? Die alte Miss Sophie imitiert mit ihrem Buttler James ihre jährliche Geburtstagsfeier. Dabei muss James die Gäste, die nicht mehr leben, nachspielen und für alle mitessen und trinken. Und das findet jedes Jahr aufs Neue statt. Eben: „The same procedure as every year”

Aber warum eigentlich? Dieser Frage geht die deutsche Serie „Miss Sophie“ nach. Sie erzählt, wie die junge Frau Anfang des 20. Jahrhunderts auf einem Landsitz in England lebt. Ihr Schloss droht gepfändet zu werden. Deshalb beschließt sie zu heiraten und lädt potenzielle Ehepartner ein, die sie aus ihrer Lage retten sollen. Die wachsen ihr auf unterschiedliche Weise ans Herz und durchleben mit ihr ein Stück ihres Alltags. Letztendlich findet sie die Liebe ihres Lebens, ganz anders als erwartet, in ihrem Buttler James. Und am Ende der Serie äußert Miss Sophie eben genau den Wunsch: Sie möchte jedes Jahr aufs Neue mit den Männern zusammenkommen, um sich an das Erlebte zu erinnern und die Liebe zu feiern.

Als Christin finde ich dieses Prozedere sehr charmant. Immer wieder zusammenzukommen, auch wenn Menschen nicht mehr da sind, um gemeinsam zu essen und zu trinken. Jesus wählt eine ähnliche Weise, um bei den Menschen zu bleiben. Zugegebenermaßen nicht als Sketch. Aber auch er trägt seinen Jüngerinnen und Jüngern auf, immer wieder zusammen zu essen.

Seit ich die Serie geschaut habe, muss ich im Gottesdienst manchmal lächeln und an Miss Sophie denken. So oder so: Gemeinsam zu essen und die Liebe zu feiern – das funktioniert an Silvester, im Gottesdienst und zu Hause.