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Zwischenruf - Luisa Maurer:Vertrauensübung

Manchmal kann eine kleine Vertrauensübung viel über die großen Frage nach Vertrauen in Gott und Mensch lehren.
Ein Kopfhörer liegt auf einem Buch, daneben steht eine Tasse mit Tee oder Kaffee
Datum:
22. Sept. 2026
Von:
Luisa Maurer

„Luisa, traust du dich nach oben zu gehen?“, meine Tanztrainerin Michelle schaut mich mit großen Augen an. Wir sind gerade im Showtanztraining. Und an diesem Montag üben wir Hebefiguren. 5, 5, 6, 7, 8 – wird angezählt und dann hepp – stemmen zwei Frauen die dritte nach oben und sie steht kerzengerade nur an ihren Füßen gehalten und balanciert ihr Gleichgewicht. Ich bin beeindruckt. Und dann Michelles Frage: „Luisa, traust du dich nach oben zu gehen?“ Ihre Augen signalisieren mir: Du schaffst das, ich traue dir das zu. Na gut, denke ich mir, dann mal los: Ich stehe in Position. Und dann ertönt die Ansage: 5, 5, 6, 7, 8 und zack ich stehe oben! Ein Blick nach unten und es wird sofort wackelig und ich plumpse eher unelegant nach unten und werde von meinen Mittänzerinnen wie versprochen aufgefangen.  

Ich fühle mich ertappt und muss an Petrus denken. Eine Stelle in der Bibel erzählt von ihm etwas ähnliches. Nein, er macht keinen Showtanz. Aber einmal soll er mit Jesus gemeinsam auf See gewesen sein. Jesus geht über das Wasser. Und Petrus möchte ihm entgegen gehen. Über das Wasser. Und tatsächlich es funktioniert. Bis zu einem ähnlichen Punkt wie bei mir in der Luft: Nämlich solange, bis ihm bewusst wird, was er da gerade tut. Da beginnt es, wackelig zu werden. Am Ende geht er nicht unter. Er entscheidet sich, zu vertrauen – und er steht sicher auf dem Wasser.  

Mich erinnert diese Geschichte daran: Vertrau öfter mal in den kleinen und großen Situationen des Lebens - in Gott und in die Menschen.  

Na dann, neuer Versuch: 5, 5, 6, 7, 8 – dieses Mal stehe ich.